Langgöns vollständig am Glasfasernetz – Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen

Langgöns. Lange wurde geplant, gebaggert und verlegt – jetzt ist es geschafft: Langgöns gehört zu den ersten Kommunen im Landkreis, die vollständig mit Glasfaser erschlossen sind. Mit dem Abschluss der Tiefbauarbeiten für das Glasfasernetz ist die Gemeinde auf der digitalen Überholspur angekommen.

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Beim Abschlusstermin mit den Projektpartnern Deutsche Glasfaser und Breitband Gießen GmbH zeigte sich Bürgermeister Marius Reusch sichtlich zufrieden. „Wir sind durch und als Kommune komplett versorgt, jeder Haushalt kann an die Glasfaser angebunden werden“, sagte er. Langgöns nehme damit eine Vorreiterrolle ein: „Damit ist Langgöns im Landkreis und hessenweit ganz vorne dabei.“ Besonders hob Reusch die Zusammenarbeit hervor: „Ich bin stolz darauf, dass wir das in privatwirtschaftlicher Kooperation hinbekommen haben. Es ist wirklich sehr gut durchgelaufen.“

Der Weg dorthin war lang. Bereits zwischen 2010 und 2015 begann die Gemeinde gemeinsam mit der Breitband Gießen GmbH mit dem Ausbau. Damals setzte man auf die Technologie FTTC („Fibre to the Curb“), bei der Glasfaser bis zu den Verteilerkästen gelegt wurde. So konnten erste deutliche Verbesserungen der Internetgeschwindigkeit erreicht werden. Nach und nach wurden alle Ortsteile angeschlossen – ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung.

Doch dabei sollte es nicht bleiben. Mit Blick auf steigende Anforderungen durch Homeoffice, Streaming und digitale Anwendungen setzte Langgöns früh auf den nächsten Entwicklungsschritt. Im Mai 2020 wurde ein Kooperationsvertrag mit der Deutschen Glasfaser geschlossen, mit einem klaren Ziel: Glasfaser bis direkt in jedes Haus – FTTH („Fibre to the Home“).

Heute profitieren die Bürgerinnen und Bürger von stabilen, schnellen und zukunftssicheren Internetverbindungen – sowohl beim Herunter- als auch beim Hochladen von Daten. Gerade in Haushalten mit mehreren Nutzern macht sich die neue Technologie bemerkbar: Leistungseinbußen gehören der Vergangenheit an.

Rund 1400 Haushalte in der Großgemeinde – etwa 30 Prozent – hatten sich frühzeitig für einen Anschluss entschieden und damit maßgeblich zum Gelingen beigetragen. Auch die Gemeinde selbst ging mit gutem Beispiel voran und stattete ihre Liegenschaften wie Kitas, Feuerwehr- und Bürgerhäuser mit Glasfaser aus – lediglich ein paar müssen noch angeschlossen werden.

Ein entscheidender Vorteil: Der Ausbau blieb für die Kommune kostenneutral. Auch Bürger, die sich im Vorfeld und während des Ausbaus für einen FTTH-Glasfaseranschluss entschieden hatten, erhielten diesen kostenlos; lediglich laufende Gebühren und gegebenenfalls neue Hardware fielen an.

Dass das Projekt vergleichsweise störungsarm umgesetzt werden konnte, ist für Reusch keine Selbstverständlichkeit. „Das Subunternehmen hat sehr sorgfältig gearbeitet, sodass es ohne große Beschwerden oder Schäden abgelaufen ist“, lobte er die ausführende Firma. Anders als in manch anderen Regionen sei es gelungen, die Arbeiten in überschaubaren Bauabschnitten zu organisieren und so die Belastung für die Bevölkerung gering zu halten. Auch der vergangene lange Winter konnte den Zeitplan nicht entscheidend durcheinanderbringen.

Die Projektpartner zeigten sich ebenfalls zufrieden. „Ich kann jeder Kommune nur gratulieren, die so weit ist wie Langgöns“, betonte Jörg Rautenberg als Vertreter der Deutschen Glasfaser. Er informierte: Im Kernort Lang-Göns wurden zuletzt in zwei Bauabschnitten insgesamt rund 30 Kilometer Glasfaser verlegt und 54 Verteilerstandorte eingerichtet. Die Anschlüsse der restlichen noch wartenden Kunden – einige Mehrfamilienhäuser müssen noch angeschlossen werden – würden zeitnah aktiviert, stellte Rautenberg in Aussicht. Ramona Rühl von der Breitband Gießen GmbH gratulierte und sagte optimistisch: „Die Zukunft kann kommen.“

Zum Ende des Projekts richtete der Bürgermeister einen besonderen Dank an seinen Verwaltungsmitarbeiter Klaus Wilhelm. Seit 2009 hatte der das Projekt federführend begleitet, zunächst allein, später wurde auch das Bauamt mit einbezogen. „Es ist gewissermaßen sein Lebenswerk, das er kurz vor seinem Ruhestand geschafft hat“, sagte Reusch mit einem Augenzwinkern.

Das Fazit des Rathauschefs fällt entsprechend klar aus: „Langgöns ist damit in Sachen Telekommunikation für die Zukunft gut aufgestellt und gerüstet.“ Und während die letzten Hausanschlüsse noch fertiggestellt werden, ist eines bereits sicher: Die Datenautobahn durch Langgöns ist frei.

Redaktion & Foto: Imme Rieger